BundCorona-Warn-App veröffentlicht

[17.06.2020] Die Corona-Warn-App ist ab sofort für alle Bürger kostenlos verfügbar. Sie soll dabei helfen, Infektionsketten schneller zu erkennen und effektiv zu unterbrechen. Neben positiven Stimmen gibt es auch Warnungen zu potenziellen Sicherheitsrisiken.
Wer positiv auf das Coronavirus getestet wurde

Wer positiv auf das Coronavirus getestet wurde, kann über die Corona-Warn-App freiwillig und anonym andere Nutzer informieren, die sich angesteckt haben könnten.

(Bildquelle: 123rf.com/Sergio Monti)

Ab sofort ist die Corona-Warn-App für alle Bürger kostenlos verfügbar. Wie die Bundesregierung mitteilt, soll die App helfen, Infektionsketten schneller und umfassender zu erkennen und effektiv zu unterbrechen. Wenn jeder einzelne Bürger schnell über eine mögliche Infektion durch Kontakt mit einem Infizierten informiert wird, könne er zeitnah reagieren und sich sowie Familie, Freunde und das gesamte Umfeld schützen. Die App sei ein wichtiger Beitrag, um die COVID-19-Pandemie zu begrenzen, aber auch kein Allheilmittel. Weiterhin würden Abstandhalten, das Einhalten der Hygieneregeln und das Tragen der Alltagsmasken als wichtigste Säulen der Pandemiebekämpfung bestehen bleiben.

Freiwillige Nutzung

Um den Abstand und die Begegnungsdauer zwischen Personen zu messen, welche die Anwendung installiert haben, nutzt die Corona-Warn-App laut Bundesregierung die Bluetooth-Low-Energy-Technik. Smartphones könnten sich so Begegnungen merken, wenn die vom Robert Koch-Institut (RKI) festgelegten Kriterien, insbesondere zu Abstand und Zeit, erfüllt sind. In dem Fall würden die Geräte untereinander Zufallscodes austauschen. Sollten Personen, welche die App nutzen, positiv auf das Coronavirus getestet werden, könnten sie somit freiwillig andere Nutzer darüber informieren. Dann würden die Zufallscodes des Infizierten allen Personen zur Verfügung gestellt, welche die Corona-Warn-App aktiv nutzen. Wenn die App installiert ist, prüfe sie, ob der Nutzer positiv getestete Personen getroffen hat. Sei das der Fall, zeige die App eine Warnung an. Absolute Transparenz, hohe IT-Sicherheit sowie umfassender Datenschutz und größtmögliche Barrierefreiheit seien wesentliche Merkmale der App. Die Nutzung ist für alle Bürger freiwillig, so die Bundesregierung.

Keine persönlichen Daten

Die Corona-Warn-App ist das größte, je in Deutschland umgesetzte Open-Source-Projekt im Auftrag der Bundesregierung, erklärt der Software-Konzern SAP, der die Anwendung gemeinsam mit der Deutschen Telekom entwickelt hat. Das Nutzererlebnis hinsichtlich Bedienung, Datenschutz und Hotline-Anbindung habe dabei stets im Mittelpunkt gestanden. Die Corona-Warn-App sei eine der ersten europäischen Apps, die auf den aktuellen Spezifikationen des von Apple und Google bereitgestellten Exposure Notification Frameworks basiere. Somit könnten die Nutzer von Android-Smartphones und iPhones die App passiv im Hintergrund ihres Geräts laufen lassen und gleichzeitig andere Apps nutzen.
Insbesondere im Hinblick auf Datenschutz und -sicherheit habe es eine sehr enge Zusammenarbeit mit den entscheidenden, öffentlichen Institutionen wie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Bundesdatenschutzbeauftragten gegeben. Die App fordere vom Nutzer keinerlei persönliche Daten. Informationen wie Name, Alter, Anschrift oder Standorterfassung benötigt die Corona-Warn-App nicht, so der Bericht von SAP. Weitergegeben würden ausschließlich zufällig generierte Codes, wenn sich zwei Smartphones über einen bestimmten Zeitraum relativ nahekommen. Die Codes der jeweiligen Begegnungen sollen nur auf den Smartphones der Besitzer gespeichert sein. Welches Gerät sich hinter diesem Code verberge, sei nicht feststellbar, da der Code verschlüsselt ist.
Nach Einschätzung des BSI befinde sich die Qualität des Source Codes auf einem hohen Niveau. Das Entwickler-Team habe sich an allgemein anerkannten Best Practices der Software-Architektur, des Programmierstils und der Software-Sicherheit orientiert. Alle vom BSI im Rahmen des Open-Source-Entwicklungsprozesses festgestellten kritischen Schwachstellen seien zeitnah behoben worden.

Nur ergänzendes Instrument

Der Deutsche Landkreistag betont, das mit der Corona-Warn-App verfolgte Ziel, Infektionsketten zeitnah und effektiv unterbrechen zu können, zu unterstützen. Präsident Reinhard Sager sagte: „Wir gehen weiter davon aus, dass eine Nutzungsquote von 60 Prozent notwendig ist, um einen positiven Effekt zu erzielen. Nur dann kann die App einen echten Beitrag leisten und die weitere Eindämmung im täglichen Leben erleichtern. Uns allen muss aber auch klar sein, dass sie nur ein ergänzendes Instrument ist und dass es nach wie vor entscheidend auf die Kontaktnachverfolg