Bayern

Polizei ortet per SMS

[15.3.2017] Eine neuentwickelte Software zur Standortbestimmung von Mobiltelefonen kann bei 110-Notrufen für schnellere Hilfe sorgen. Bis Ende März sollen alle bayerischen Einsatzzentralen damit ausgestattet werden.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat Anfang März in Nürnberg die neuentwickelte Software für die Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei vorgestellt. Diese ermöglicht eine Ortung in Notfällen über SMS, informiert das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr. Über den GPS-Empfänger im Smartphone kann die Polizei nach Freigabe durch den Anrufer die Position bis auf wenige Meter genau feststellen. Die neue Ortungsmöglichkeit wurde federführend beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd entwickelt und dort sowie beim Polizeipräsidium Mittelfranken bereits seit mehreren Wochen erfolgreich getestet. „Bis Ende März werden wir alle Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei mit der Software ausstatten“, kündigt Herrmann an. Die Ausstattung mit der Software kostet den Freistaat einmalig rund 70.000 Euro. Dazu kommen knapp 6.000 Euro an jährlichen Betriebskosten. Über die Nummer 110 gehen pro Jahr mehr als eine Million Notrufe bei der Bayerischen Polizei ein. „Immer wieder kommt es leider vor, dass Anrufer ihren genauen Standort nicht angeben können“, berichtet der Minister. Das neue System könne jeder nutzen, der ein internetfähiges Mobiltelefon mit aktivierter GPS-Funktion und Netzempfang hat. Eine spezielle Notruf-App sei nicht notwendig. Wie das Ministerium mitteilt, können die Einsatzzentralen im Notfall an die Mobiltelefonnummer des Anrufers eine SMS mit einem Internet-Link versenden, wahlweise in verschiedenen Sprachen. Nachdem dieser Link vom Anrufer aufgerufen wurde, wird die GPS-Position des Smartphones ausgelesen. Die Koordinaten werden dann an die jeweilige Einsatzzentrale übertragen und automatisch in einer Karte dargestellt. Herrmann: „Der Polizist am Notrufannahmeplatz kann somit den aktuellen Standort des Anrufers feststellen und die Polizeistreife gezielt hinschicken.“ Die Informationen können im Bedarfsfall auch unverzüglich über eine Schnittstelle zwischen den Einsatzzentralen der Bayerischen Polizei mit den Leitstellen der Feuerwehren und Rettungsdienste ausgetauscht werden. Wichtig sei dem bayerischen Innenminister, dass der Datenschutz in jedem Fall gewährleistet ist: „Durch das Bestätigen des Links gestattet der Anrufer selbst die nur einmalige Ortung seines Standorts“, erläutert Herrmann. „Eine weitere Ortung erfolgt nicht.“ Außerdem werden die übermittelten Daten nur in polizeieigenen Systemen verarbeitet. Eine Datenübernahme von externen Anbietern in das Einsatzleitsystem der Bayerischen Polizei findet nicht statt.

Weitere Informationen:
www.polizei.bayern.de

Quelle: www.move-online.de